
Rene Tegeler
Inhaber, Dojo-Leitung und Trainer der Karateschule Lahde
Im Training verbindet Rene Tegeler Karate im Shito-Ryu, praxisnahe Selbstverteidigung und funktionelle Bewegung mit einem persönlichen Blick auf jeden einzelnen Menschen. Sein Ziel ist nicht, alle in das gleiche Schema zu pressen, sondern jeden auf seinem eigenen Weg weiterzubringen.
„Das Leben ist unglaublich schön – von leicht war nie die Rede.“
Mein Weg zum Karate
Zum Karate kam ich durch eine Freundin. Eigentlich wollte ich bei ihrem Training zunächst nur von der Bank aus zuschauen. Doch nach kaum zehn Minuten stand ich selbst auf der Trainingsfläche und machte mit. Angefangen habe ich in Telgte. Nach meinem Umzug nach Minden fand ich im heutigen Karate Dojo Minden unter der Leitung von Dr. Andreas Höfner eine neue sportliche Heimat.
Das Training dort eröffnete mir eine ganz andere Welt: Es war körperlich und geistig intensiver und weckte in mir den Wunsch, Karate wirklich zu verstehen. Auf Anraten meines Trainers lernte ich außerdem weitere Stilrichtungen kennen. Während der Coronazeit ging vieles davon verloren und auch mein eigenes Training geriet in den Hintergrund. Jahre später erreichte mich eine E-Mail mit der Frage, ob ich mir vorstellen könne, wieder weiterzutrainieren. Das wurde für mich zum Startschuss, Zweifel und Ängste hinter mir zu lassen und meinen Weg gemeinsam mit meinem Trainer fortzusetzen.
Warum ich die Karateschule Lahde gegründet habe
Ich möchte anderen Menschen vermitteln, was ich selbst durch Karate erfahren habe und warum Karate für mich weit mehr als eine Abfolge von Techniken ist. Jeder Mensch entwickelt mit der Zeit sein eigenes Karate. Es gibt nicht nur einen einzigen richtigen Weg. Viele Menschen bringen zunächst ein falsches oder sehr einseitiges Bild vom Karate mit. Dieses Bild möchte ich gemeinsam mit ihnen klären und Karate nachvollziehbar, strukturiert und persönlich vermitteln.
So trainieren wir miteinander
Respekt und Akzeptanz gegenüber allen Mittrainierenden stehen für mich an erster Stelle. Man muss nicht mit jedem befreundet sein – aber jeder sollte mit jedem respektvoll und fair trainieren können.
Ich gebe nicht einfach einen Trainingsplan aus und verlange, dass bis zu einem festen Termin alle das Gleiche beherrschen. Ich gehe individuell auf die Teilnehmer ein und versuche, sie mit passenden Übungen auf ihr persönliches nächstes Niveau zu führen. Deshalb gehören Gruppenübungen ebenso zum Training wie gezielte Einzelarbeit.
Ein sicherer Einstieg für Anfänger
Unsichere, schüchterne oder sportlich unerfahrene Teilnehmer dürfen zunächst in Ruhe mich und das Training kennenlernen. Wenn es sinnvoll ist, trainiere ich anfangs persönlich mit ihnen und integriere sie Schritt für Schritt in die Gruppe. Niemand muss hier vom ersten Moment an etwas beweisen.
Was ich meinen Schülern mitgeben möchte
Wer bei mir trainiert, soll sich später an eine starke, schöne und freudige Zeit erinnern. Wir können nicht alles beeinflussen, was uns im Leben begegnet. Aber wir können lernen, mit Veränderungen, Herausforderungen und Rückschlägen umzugehen. Besonders freue ich mich, wenn ich miterleben darf, wie ein Mensch sicherer wird, offener durchs Leben geht und selbstbewusst sagen kann: Hier bin ich – nimm mich so, wie ich bin.
Qualifikationen und Schwerpunkte
- DAN-Träger – DKV / SOK
- Shito-Ryu
- Karate und praxisnahe Selbstverteidigung
- Kindertraining und altersgerechter Selbstschutz
- Fitnesstrainer
- Functional-Trainer
- Ernährungscoaching
- Kinesiotaping
- Massage
Warum ich ruhig und verständnisvoll trainiere
Ich hatte selbst einen schweren Autounfall und weiß, wie schwer es sein kann, sich von unten wieder nach oben zu arbeiten. Auch deshalb begegne ich Einschränkungen, Unsicherheit und Rückschlägen mit Geduld. Wenn eine Übung nicht sofort gelingt, passiert nichts – dann üben wir weiter und suchen einen Weg, der zum jeweiligen Menschen passt.
Die Geschichte meines weißen Gürtels
Obwohl ich Prüfungen ablegte, trug ich insgesamt 14 Jahre lang meinen weißen Gürtel. Nach dem Grüngurt entschied ich mich bewusst, wieder Weiß zu tragen und zu beobachten, wie sich dieser Gürtel gemeinsam mit mir entwickelt. Heute liegt er in meinem Dojo. Wenn ich merke, dass sich jemand unwohl fühlt oder an sich zweifelt, darf dieser Gürtel als Zeichen der mentalen Stärkung getragen werden.
Zu diesem Weg gehört auch mein erster Gi – der Karateanzug, den ich bis heute im Training trage. Er ist inzwischen stark verschlissen und an vielen Stellen regelrecht zerfetzt. Trotzdem reicht er für das Training noch aus. Für mich ist er kein alter Anzug, der ersetzt werden muss, sondern ein sichtbarer Begleiter meiner Entwicklung. Jeder Riss erinnert mich daran, wie lange ich schon unterwegs bin, was ich überwunden habe und warum es sich lohnt, weiterzumachen.
Von meinen Gi und Gürteln entferne ich nach dem Erhalt bewusst sämtliche Markenetiketten. Ich möchte weder Status noch persönliche Werte über einen Hersteller oder ein sichtbares Markenzeichen vermitteln. Was mir wichtig ist und wofür ich stehe, soll sich in meiner Persönlichkeit, meinem Verhalten und meinem Umgang mit anderen Menschen zeigen – nicht an einem Etikett.
Der schwarze Gürtel macht mich stolz, weil er für einen neuen Abschnitt steht. Nach meinem Unfall musste ich starke Einschränkungen überwinden. Umso mehr bedeutet es mir, heute wieder selbstbestimmt und ohne diese dauerhaften Grenzen leben zu können. Mit meiner Prüfung konnte ich zugleich zeigen, wie tiefgründig und vielseitig das Training meines Trainers ist.
Nach meiner bestandenen Dan-Prüfung
Diese drei Aufnahmen entstanden unmittelbar nach meiner bestandenen Dan-Prüfung – ein besonderer Moment, den ich mit meinem Trainer Dr. Andreas Höfner und meinem Uke und Prüfungspartner Marcel teilen durfte.



Was mich als Trainer besonders bewegt
Ein besonders bewegender Moment war für mich, als ich einem jungen Menschen in einer schwierigen Lebensphase helfen konnte, weiterhin am Training teilzunehmen. Dabei habe ich erlebt, wie wichtig Verlässlichkeit, Zugehörigkeit und ein sicherer Trainingsort sein können. Am meisten freue ich mich, wenn Schüler – ob jung oder alt – mit der Zeit sicherer werden, sich öffnen und ihren eigenen Platz finden.
Bei uns darf selbstverständlich gelacht werden. Entscheidend ist, dass wir miteinander lachen und niemals über einzelne Menschen.
Karate persönlich kennenlernen
Nach dem ersten Training wünsche ich mir vor allem einen Gedanken: „Das war ein gutes Training – ich freue mich auf das nächste Mal.“ Dein Einstieg beginnt unverbindlich mit einem Probetraining.
